Tobias Ryser

Naturfotografien

Tobias Ryser (*1981) gehört zu den renommiertesten Natur- und Landschaftsfotografen der Schweiz. 2016 wurde er zum Schweizer Naturfotograf des Jahres ausgezeichnet. Als gelernter Landschaftsarchitekt arbeitete er zunächst als Ranger am Greifensee und in den Thurauen — zwei Landschaften von nationaler Bedeutung —, bevor er die Fotografie zu seinem Beruf machte. Seine Bilder entstehen fast ausschliesslich in der Schweiz.

Rysers Arbeit ist geprägt von einer aussergewöhnlichen Verbindung aus Planung und Intuition. Er recherchiert Standorte, studiert Wetter, Wind und den Verlauf des natürlichen Lichts, berechnet Mondaufgänge hinter Felstürmen und simuliert im Kopf, wie ein Ort bei idealem Licht aussehen wird. Dann begibt er sich hin — oft tagelang, unter freiem Himmel übernachtend, an schwer zugängliche Orte. Doch bei aller Vorbereitung bleibt ein entscheidender Rest offen: ob der Nebel sich lichtet, ob das Licht kommt oder nicht. Ryser selbst beschreibt zwölf Bilder im Jahr, bei denen alles stimmt, als eine gute Ausbeute — eine Haltung, die an Ansel Adams' berühmtes Diktum erinnert.

Was seine Bilder auszeichnet, ist die Konsequenz des Verzichts. Ryser arbeitet mit minimalem technischem Aufwand — kaum Filter, kaum Nachbearbeitung. Er will das Bild in der Kamera fertig haben: Komposition, Licht, Moment. Das unterscheidet seine Arbeit von der heute verbreiteten, stark nachbearbeiteten Landschaftsfotografie. Seine Bilder zeigen keine idealisierten, am Computer konstruierten Landschaften, sondern reale Momente, die tatsächlich so stattgefunden haben. Die Wahl des Bildausschnitts, der Brennweite, des genauen Standorts — das ist Rysers gestalterisches Werkzeug. Was entsteht, hat einen hohen Wiedererkennungswert: ruhige, präzise komponierte Bilder, in denen Licht die tragende Rolle spielt — von warmem Abendlicht über zartes Pastell bis zu kühlem Mondschein.

Zugleich ist Ryser sich der Verantwortung bewusst, die mit seiner Arbeit einhergeht. In Zeiten, in denen Social Media sensible Landschaften durch den Ansturm auf bekannte Fotomotive unter Druck setzt, hält er sich bewusst mit Standortangaben zurück und setzt sich aktiv für den Naturschutz ein.

 

Weitere Infos und Arbeiten von Tobias Ryser: tobias-ryser.ch